Saunaaufguss selber machen: drei Düfte aus dem Garten
Ein Saunaaufguss lässt sich mit wenigen, unbehandelten Pflanzen aus dem eigenen Garten vorbereiten. Entscheidend ist nicht möglichst viel Duft, sondern eine saubere Zubereitung: sicher bestimmen, waschen, behutsam ziehen lassen, sehr fein filtern und zunächst mild dosieren. Wir zeigen drei einfache Ansätze mit Lavendel, Birke sowie Rosmarin, Thymian und Oregano.
Was ist bei einem selbst gemachten Saunaaufguss wichtig?
Frische Pflanzen bringen ihre eigene Duftintensität mit. Ein Rosmarinzweig kann eine Mischung schnell bestimmen, während Lavendelblüten oder junge Birkenblätter deutlich feiner wirken. Deshalb arbeiten wir mit kleinen Mengen und bereiten neue Mischungen zunächst als milden Ansatz zu. Nachdosieren lässt sich später immer noch.
Verwendet werden nur Pflanzen, die zweifelsfrei bestimmt, unbehandelt und frei von Schimmel oder sichtbaren Schäden sind. Nach dem Ziehen muss der Sud durch ein sehr feines Sieb, ein sauberes Tuch oder einen Papierfilter. Pflanzenteile haben auf den heißen Steinen nichts zu suchen.
Wie gelingt ein reiner Lavendelaufguss?
Lavendel ist ein guter Einstieg, weil sich sein florales Duftbild ohne weitere Zutaten kennenlernen lässt. Für diesen Ansatz verwenden wir bewusst nur eine kleine Handvoll Blüten. So bleibt der Duft zurückhaltend und wird nicht schwer oder parfümiert.
Zutaten: 1 kleine Handvoll unbehandelte Lavendelblüten, 1 Liter heißes Wasser
Duftbild: floral, weich, klar
Ziehzeit: etwa 15 Minuten
Zubereitung:
1. Lavendelblüten vorsichtig ernten, kontrollieren und bei Bedarf kurz mit kaltem Wasser abspülen.
2. Die Blüten zwischen den Händen leicht bewegen, aber nicht zerreiben.
3. Mit einem Liter heißem, nicht sprudelnd kochendem Wasser übergießen.
4. Etwa 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen.
5. Den Sud sehr fein abseihen und vollständig abkühlen lassen.
Unser Tipp: Lavendel zunächst allein verwenden. Erst wenn der reine Duft vertraut ist, lässt er sich gezielt mit kräftigeren Kräutern kombinieren.
Wie entsteht ein Aufguss aus Birkenzweigen?
Birkenzweige gehören zur nord- und osteuropäischen Saunakultur. Zu einem lockeren Bündel gebunden und in Wasser eingeweicht, geben die Blätter ihren charakteristischen, grünen Duft an das Wasser ab. Dieses Birkenwasser kann - sofern die Ofenanleitung es erlaubt - als milder Pflanzenansatz für den Aufguss dienen. Das weiche Bündel wird außerdem traditionell sanft über die Haut geführt.
Zutaten: etwa 10 junge, unbehandelte Birkenzweige mit Blättern, saubere Schnur, 1-2 Liter handwarmes Wasser
Duftbild: grün, leicht, waldnah
Ziehzeit: einweichen, bis Blätter und Zweige weich und biegsam sind
Zubereitung:
1. Junge Birkenzweige sicher bestimmen, kontrollieren und gründlich abspülen.
2. Etwa zehn Zweige zu einem lockeren Bündel zusammenlegen und am Griff mit einer sauberen Schnur binden.
3. Das Bündel in handwarmes Wasser legen, bis Blätter und Zweige weich und biegsam sind.
4. Den Saunabesen herausnehmen und das entstandene Birkenwasser sehr fein filtern.
5. Das Birkenwasser zunächst nur als milden Ansatz verwenden. Den weichen Saunabesen auf Wunsch ausschließlich sanft über die Haut führen oder leicht auftupfen.
Gut zu wissen: In Estland wird ein solcher Saunabesen als "viht" bezeichnet. Nach der Verwendung Blätter von Bänken und Boden entfernen und die Sauna wie gewohnt trocknen und lüften.
Wie wird ein Aufguss aus Rosmarin, Thymian und Oregano ausgewogen?
Rosmarin, Thymian und Oregano ergeben einen kräftigen, trockenen Kräuterduft. Die Mischung erinnert eher an sonnenwarme Gartenkräuter als an einen floralen Duft. Rosmarin ist dabei am präsentesten und sollte deshalb besonders zurückhaltend dosiert werden.
Zutaten: je 1 kleiner Zweig Rosmarin, Thymian und Oregano, 1 Liter heißes Wasser
Duftbild: trocken, würzig, mediterran
Ziehzeit: etwa 20 Minuten
Zubereitung:
1. Rosmarin, Thymian und Oregano ernten, sicher bestimmen und gründlich abspülen.
2. Blätter und Zweige zwischen den Händen leicht andrücken, nicht fein hacken.
3. Mit einem Liter heißem Wasser übergießen und etwa 20 Minuten abgedeckt ziehen lassen.
4. Den Ansatz sorgfältig filtern. Bei feinen Blattstücken ein zweites Mal durch ein Tuch oder einen Papierfilter geben.
5. Vor der Verwendung am abgekühlten Sud riechen und zunächst nur eine milde Mischung ansetzen.
Unser Tipp: Beim ersten Versuch lieber etwas weniger Rosmarin verwenden. Wird die Mischung zu kräftig, hilft nicht mehr Ziehzeit, sondern ein höherer Anteil sauberen Wassers
Wie dosiert und verwendet man den fertigen Kräutersud?
Die drei Rezepte ergeben zunächst einen gefilterten Pflanzenansatz. Sofern die Anleitung des Ofens seine Verwendung erlaubt, wird dieser nicht automatisch unverdünnt verwendet, sondern schrittweise in sauberes Aufgusswasser gegeben. Beginnt so mild, dass der Duft im Eimer eher fein als kräftig wirkt - durch die Wärme nimmt man ihn in der Sauna deutlich intensiver wahr.
1. Nur frisch und möglichst am selben Tag verwenden.
2. Vor jeder Kelle noch einmal prüfen, ob sich Pflanzenteile am Boden abgesetzt haben.
3. Neue Mischungen zunächst mit wenig Sud testen und nicht während des Aufgusses nach Gefühl stark nachdosieren.
4. Bei unangenehmem oder reizendem Duft den Aufguss abbrechen, lüften und bei klarem Wasser bleiben.
5. Nach dem Saunagang Eimer und Kelle gründlich reinigen.
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